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Verkauf städtischer Wohnungen?
Wohnung als langfristige Investition
Modernisierung zur Sicherung der Attraktivität
Stecken Städte bis zum Hals in Schulden, verkaufen sie gern mal die kommunalen Wohnungen. Bereits mehrere deutsche Gemeinden suchten sich dadurch aus ihrer Finanzkrise zu ziehen, was bei den Bürgern natürlich nur selten Freude hervorrief. Es herrscht – gerade bei sozial Schwachen - Angst vor unerschwingbaren Mieterhöhungen, vor Wohnungsverlust, davor, keine Unterkunft mehr zu finden.
Eine Kommission des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung beschäftigte sich mit dem Thema Wohnungsmarkt, wobei sie die Aspekte „Verkauf städtischer Wohnungen an ausländische Finanzielle“ und „Riesenleerstände in schrumpfenden Gebieten?“ berücksichtigte. Leiter war der Deutsche Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung, der in seinem Bericht über die "Ökonomisierung der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft" nun Fakten liefert.
Die Bundesrepublik weist um die 39,6 Millionen Wohnungen auf, davon ungefähr 23,7 Millionen Mietswohnungen. Diese befinden sich zu 61 Prozent in der Hand privater Kleinvermieter, zu siebzehn Prozent in der Hand privater, professioneller Vermieter, zu einem Zehntel in öffentlichem Besitz (meist der Gemeinde).
Bei Massenwohnungsverkäufen (mehr als achthundert) wechselten binnen sieben Jahren 1,4 Millionen Unterkünfte den Besitzer, wobei sie hauptsächlich in die Hände angelsächsischer Investoren gelangten. Dies weckt natürlich in vielen Mietern Existenzängste. Kommunen entäußerten 200 000 Wohnungen.
Investoren, die auf das schnelle Glück hoffen, hielten sich in den letzten sieben Jahren eher bedeckt, da Extrakosten für Risikodarlehen, steigende Zinsen und höhere Preise sie abschreckten. Dafür mehren sich die Wiederverkäufe, was manche Gemeinde in Bedrängnis bringt, wenn Klauseln beim Weiterverkauf ihre Gültigkeit verlieren. Hier wäre Sicherung, so z.B. durchs Grundbuch, angesagt.
Während das schnelle Geld als Anreiz zum Wohnungskauf an Bedeutung verliert, bekommt der einer dauerhaften Investition größeres Gewicht. Fehlende Modernisierung und Instandhaltung schmälern die Aussicht auf Mieter, ebenso ein schlechter Ruf des Viertels. Doch nur zufriedene Mieter lassen langfristig und gleichmäßig Geld in der Kasse klingeln.
Der Verkauf etlicher Wohnungsunternehmen bringt die Unterkunftsmöglichkeit Armer nicht in Gefahr.



