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Skandinavischer Sparstrumpf

Details des norwegischen Staatsfonds

Anlage der Ölgewinne - Sparen für die Zukunft

Der drittgrößte Staatsfonds der Welt ist in der Hand eines kleinen, skandinavischen Staates: die Norweger bunkern ihren Reichtum aus der Ölförderung, der bereits auf 240 Milliarden Euro angewachsen ist. Seit 1990 stricken sie am Sparstrumpf, dessen Inhalt bis 2016 vermutlich auf siebenhundert Milliarden Euro anwächst. Im vergangenen Jahr wanderten nahe fünfzig Milliarden Euro in den Pool, davon 35 Milliarden Gewinn des Ölverkaufs, 15 Milliarden Rendite.
Norweger widerstehen dem Reiz, dieses Geld mit vollen Händen auszugeben, denn die Milliarden sollen auch künftigen Generationen zugute kommen. So leidet die Bevölkerung weiter unter hohen Steuern und hohen Lebenshaltungskosten, besonders in Oslo, der teuersten europäischen Hauptstadt.

Der Staatsfonds handelt wie eine private Investmentgesellschaft. Eigentümer ist das norwegische Finanzministerium, welches die Strategie bestimmt und dem Parlament darüber Bericht erstattet. Sorge für die operativen Geschäfte trägt die Norges Bank (norwegische Zentralbank) mit 174 Fondsmanagern, welche auch in Schanghai, London und New York am "Ball" sind.
Den Vorurteilen gegenüber Staatsfonds begegnet man mit Durchsichtigkeit, so z.B. einer Online-Auflistung sämtlicher Beteiligungen, und strengen Investitionskriterien. Wert wird auf ethische, ökologische und ökonomische Korrektheit gelegt, so dass z.B. Splitterbombenproduzenten (Mercedes-Benz, EADS …) oder Landminenhersteller kein Geld erhalten. Produzenten "normaler" Waffen oder Tabakfirmen werden jedoch gebilligt.
Überdies halten die Fondsmanager sich von Burma fern, aufgrund der dortigen Militärdiktatur, und von Norwegen, um dem Problem zu entgehen, mit denen die Niederländer in den Sechzigern kämpften: Riesenexportüberschüsse kurbelten den Guldenkurs an, was ihrer Industrie durch Verteuerung Absatzschwierigkeiten und Arbeitslosigkeit bescherte.

Der Regierung stehen jährlich vier Prozent Rendite des Fonds zur Verfügung, die etwa neun Prozent des Staatshaushaltes bilden.

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