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"Gegendere" in Deutschland

Gender Mainstreaming ist angesagt!

Vorbild Österreich - Gleichberechtigung in der Arbeitswelt

Gleichberechtigung steht schon seit langem auf der Wunschliste vieler, wobei inzwischen auch bedeutenden Fortschritte erzielt wurden. Mittlerweile wendet man sich dem "Gender Budgeting" zu, d.h. der Berücksichtigung von Frauen und Männern gleichermaßen in der Finanzpolitik.
Finanzielle Entscheidungen wirken sich nämlich auch auf die Geschlechtergleichstellung aus, wie das Beispiel Österreich zeigt. Nachdem eine Studie zu Tage förderte, dass das zarte Geschlecht meist nur in fragwürdigen Teilzeitarbeiten unterkam, suchten Politiker gegen diese Benachteiligung vorzugehen. Grund? Weltweite Gleichstellungspflichten und größere Effizienz.
Nun fließt die Hälfte der Mittel in arbeitsmarktpolitische, frauenfördernde Maßnahmen, was tatsächlich tüchtig Vorteile verschaffte. Frauen haben sich nicht mehr mit bedenklichen Arbeitsverhältnissen zu begnügen, sondern arbeiten wegen ihrer verbesserten Qualifikation in festen Vollzeit-Arbeitsverhältnissen.
Doch nicht nur Frauen und Arbeitgeber profitieren von dieser Entwicklung, sondern auch der Staat, indem er Fachkräftemangel den Garaus macht und seine Steuerkassen klingeln. Seit einigen Jahren entdeckt man im Österreicher Bundesverfassungsgesetz nun die Klausel, dass Gemeinden, Länder und Bund bei ihrer Haushaltsführung auf Gender Budgeting zu achten haben.

Die Bundesrepublik weist ähnliche, wenn auch wesentlich kleiner angelegte Erfolge vor. So brachten Untersuchungen der Berliner Büchereien zu Tage, dass kaum Jungs Bücher entliehen, woraufhin das Pogramm um jungstaugliche Bücher und Medien aufgestockt wurde.

Selbst beim Bund ließe sich Gender verwirklichen, doch noch legt Vater Staat dabei keine Eile an den Tag. Er argumentiert mit hoher Bürokratie und der Sinnlosigkeit einer Einführung von Gender Budgeting ins bestehende, ziellose Haushaltsverfahren. Vermutlich haben Gleichberechtigungsfreunde auf die Untersuchung einer grundsätzlichen Rechnungs- und Haushaltswesenreform zu warten. Geschlechtsspezifische Haushaltssteuerung ade?

Dabei offenbaren sich doch einige Politiker als Genderfreunde. Sie führen nicht nur Gleichberechtigung sondern auch höhere Ausgabeneffizienz öffentlicher Mittel an. Zudem habe die Regierung keine Entscheidungsfreiheit bei der Einführung von Gender, da sie sich an EU-Vorgaben zu halten hat.
Doch seit einige Zeitungen das Thema öffentlich zerrissen, schraubten die Politiker ihren Einsatz deutlich herunter. Im Hinterkopf klebt das Bild sozial benachteiligter Männer, die sich als Putze verdingen, während Frauen Managerposten an sich reißen …

Eine Hilfe der anderen Art kam von der Bundeszentrale für politische Bildung, die bereits seit langem in das Nahebringen von Politik im Internet setzt. Dies soll gerade Mädchen, die mit Politik oft nicht so viel am Hut haben, begeistern.

Ursprung des Gender Mainstreaming, d.h. der Geschlechtergleichberechtigung in allen politischen Bereichen, ist übrigens die Weltfrauenkonferenz 1995. 1999 verpflichteten sich die EU-Länder zur Umsetzung dieser hehren Idee.

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