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Kredite ohne Bonitätsprüfung
Darlehen ohne Schufa-Anfrage?
Betrügerische Kreditangebote - Wie wehre ich mich?
Wer bis zum Hals überschuldet ist, wünscht sich nichts sehnlicher, als all diese leidigen Finanzsorgen wieder los zu sein. Kreditangebote ohne Bonitätsprüfung wirken da wie ein Wink vom Himmel, sind sie doch scheinbar ein rettender Engel.
Will man jedoch nicht noch tiefer in finanzielle Schwierigkeiten geraten, sollte man tunlichst die Finger von derartigen Angeboten lassen. Die meisten Anbieter, die Darlehen vergeben, ohne zuvor Daten bei der Schufa einzuholen, sind schlicht Betrüger, die den armen Opfern auch noch das letzte Geld aus der Tasche ziehen.
Eine aktuelle Studie, die hundertzwanzig Angebote von um die fünfzig Unternehmen einholte, verdeutlicht die Abzocke: Nur zwei Anfrager erhielten tatsächlich den Kredit, dies jedoch zu immens hohen Zinsen, auch behielt sich die Hälfte der Firmen die Datennachfrage bei der Schufa vor, obwohl die Werbung mit einem Kredit ohne Schufa prahlt.
Diese Unternehmen verfolgen nicht die edle Absicht, Menschen in finanzieller Not zu einem Darlehen zu verhelfen, sondern wollen nur möglichst viel Gewinn scheffeln.
Haben die geprüften Gesellschaften die Daten ihres Opfers, so verkaufen sie die Adresse weiter und fordern von Kunden zwischen sechzig und 2500 Euro Gebühr für Adresslisten und viele Versprechungen. Die Kunden zahlen für die rasche Bearbeitung, Auslagenerstattungen und in Form von Telefonkosten bei teuren Beratungsnummern. Auch Versicherungsanträge kamen vor, mit teilweise tausend Euro Jahresbeitrag. Sei´s eine Kreditausfallversicherung, ein Bausparvertrag zur Bonitätssteigerung oder Anteile an zwielichtigen Unternehmen - außer Spesen nichts gewesen, denn den Kredit bekommen die Hilflosen nie zu Gesicht.
Dafür jedoch unangenehme Zahlungsforderungen, die mit Gefängnis und anderen Unannehmlichkeiten drohen. Meist entbehren die Forderungen jeglicher rechtlichen Grundlage, doch schüchtern sie die Kunden so ein, dass diese zahlen - und schweigen. Häufig genügt allerdings bereits eine Drohung mit dem Anwalt, um die Betrüger loszuwerden.
Pro Jahr fallen den Betrügern ungefähr 500 000 zum Opfer, von denen sie jeweils um die vierhundert Euro erhalten. Den Vermittlern beschert dies Gewinne im dreistelligen Millionenbereich, weshalb der Markt tüchtig anwuchs. Innerhalb von zwei Jahren stieg die Betrugszahl um mehr als dreihundert Prozent.
Es wehren sich jedoch nur wenige, teils aus Scham, teils weil der Anwalt zu viel kostet. Da der Streitbetrag so gering ist, sind die Fälle für Rechtsanwälte nicht attraktiv; auch Staatsanwälte, Behörden und Gewerbeämter verfolgen die Kreditversprecher nur selten.
Opfer einer solchen Abzocke sollten das Geld zurückfordern, Anzeige erstatten und das Gewerbeamt in Kenntnis setzen. Fehlen die Barmittel für einen Anwalt, gehe man zur Schuldnerberatung oder zur Verbraucherzentrale. Schämen sollte man sich jedenfalls nicht, weil man auf einen Betrüger reinfiel, denn über wem das Leben zusammenstürzt, der greift selbstverständlich nach dem rettenden Engel - auch wenn er, wie in diesem Fall, ein verkleideter Teufel ist.



