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Renovierung der eigenen vier Wände
Energieeinsparung nicht nur des Staates wegen
Wie wir Menschen jedes Jahr älter werden, so altern auch unsere Häuser. Fällt der Vergleich der alten Hütte zu modernen Häusern immer schlechter aus, so erwägen viele Hausbesitzer eine Modernisierung. Die Ausgaben schrecken zwar im ersten Moment ab, aber auf lange Sicht betrachtet gewinnt man durch die Instandhaltung äußerst viel.
Der geringere Energieverbrauch senkt die Heizkosten; zudem schafft die Wärmegewinnung aus Sonnenenergie oder Erdwärme ein Stück Unabhängigkeit hinsichtlich des Marktes für Gas, Öl und Strom und den dortigen Preissteigerungen.
Die Energieersparnis erhöht den Wert des Gebäudes, was im Fall eines Verkaufs oder einer Vermietung nützlich wird. Ferner verhilft die Modernisierung zu Wohnkomfort und einem angenehmen Wohngefühl.
Als kleiner Zusatzbonus greift Vater Staat dem Energiesparer durch Förderung unter die Arme.
Plant man Renovierungen, so hat man frühzeitig Geld zur Seite zu legen, um das Familienvermögen nicht Bedrängnis zu bringen. Sinnvoll wäre beispielsweise, jedes Jahr zehn Euro pro Quadratmeter in den Sparstrumpf zu stecken.
Nutzt man die Gelegenheit der Modernisierung auch zu Änderungen im Bereich des Energieverbrauchs, so wird dies oft günstiger: Das Gerüst, das zum Streichen der Außenwände vonnöten ist, lässt sich auch zur Wärmeisolierung nutzen.
In die Überlegung "Modernisierung ja oder nein" beziehe man auch die Amortisation ein. Als Sechzigjähriger wird man kaum erleben, dass die Kosten einer Komplettsanierung durch Energieersparnis wieder hereinkommen. Hier lohnt sich z.B. die Umsetzung nur einer Maßnahme, denn bereits Kleinigkeiten (bessere Fenster etc.) bringen Nutzen. Dies gilt auch für denkmalgeschützte Gebäude, in denen die Auflagen Komplettmodernisierungen oft unmöglich machen.
Grundsätzlich gilt die Sanierungsreihenfolge: Heizung, Fenster, Fassade, Dach.
Energieberater helfen bei der Entscheidung und beraten zudem über Förderprogramme. So vergibt die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bspw. günstige Kredite und Zuschüsse, während das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) Holzheizungen und Solaranlagen fördert. Bei ihm erfährt man auch die Namen zugelassener Energieberater. Übrigens wird bereits die Beratung gefördert.
Energie sparen und Wert steigern ohne Zusatzkosten
Nach Vorgabe des Vaters Staat soll der Energieverbrauch für Warmwasser und Heizung im Gebäudebereich um ungefähr dreißig Prozent reduziert werden. Dies hätte gute Folgen für den Geldbeutel, denn etwa 85 Prozent des Energieverbrauchs eines privaten Haushaltes dienen der Heizung und Warmwasserbereitung. Bei Mietern stellen sie den größten Posten der Betriebskosten. Stark angestiegene Preise (binnen acht Jahren um mehr als die Hälfte) machen ihnen ebenso zu schaffen wie Besitzern.
Vermutlich kosten nötige Investitionen die Wohnungswirtschaft mehr als zweihundert Milliarden Euro. Die Sache rechnete sich bei einem weiteren Anstieg der Energiepreise um vierzig oder fünfzig Prozent.
Doch so schön Energiesparziele der Regierung auch klingen, bleibt ihre Umsetzung doch den Bürgern überlassen. Ihnen wird zwar mit Förderprogrammen und Krediten unter die Arme gegriffen, doch die Hauptlast trägt der Eigentümer. Problematisch wird dies besonders für arme Hausbesitzer, weshalb die Bundesregierung die geplante Sanierungspflicht bei Ein- und Zweifamilienhäusern auch aufgab.
Doch auch reichen Vermietern könnten die Sanierungsmaßnahmen zu schaffen machen. Sie haben die Möglichkeit, Modernisierungskosten über die Kaltmiete wieder hereinzuholen, was jedoch manchen Mieter vergraulen könnte. Aus Furcht vor Mieterverlust scheuen manche noch vor Sanierungen zurück. Hier sehen sie den Staat in der Pflicht, der ihnen durch größere finanzielle Beteiligung helfen könnte. Momentan übernimmt er nur ungefähr fünf Prozent der Investitionsausgaben.
Ein Beispiel erfolgreicher Altbausanierung gibt die Karlsruher Wohnungsgesellschaft Volkswohnung GmbH. Sie ließ in der Rheinstrandallee vier Gebäude (136 Wohnungen) der späten 1960er auf Neubauniveau bringen. Damit gelang ihr eine Senkung des Heizenergieverbrauchs von siebzig Prozent (45 Kilowattstunden pro Quadratmeter statt 153).
Das Schöne daran ist, dass die Sanierung keine Zusatzkosten verursachte, weder für Stadt noch für Mieter. Die Ausgaben (176 Euro pro Quadratmeter) wurden zwar für die nächsten Jahrzehnte auf die Kaltmiete umgelegt, doch dafür sanken die Heizungskosten der Mieter erheblich. Sie zahlen also nicht mehr als vorher.
Durchschnittlich liegt der deutsche Heizenergiebedarf im Jahr bei 160 Kilowattstunden pro Quadratmeter. Die einzelnen Häuser überschreiten diesen Wert manchmal hoch, weshalb auch ihre Besitzer von einer energetischen Sanierung profitieren würden. Bei einem Verbrauch von zwanzig Litern Heizöl pro Quadratmeter (200 Kilowattstunden) lohnt sie sich fast immer.



