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Zertifikate, Skandale und Kritikpreise
Rückblick auf das Börsenjahr
Vorteile für Großaktionäre
Zwar verlief das letzte Börsenjahr relativ positiv, aber auch Faux-Pas und Skandale kamen nicht zu kurz.
Bekamen früher noch die kleinen Firmen Rüffel ab, so sind inzwischen die großen Unternehmen des Dax die Bösen.
Beim Autohersteller VW sorgte Ferdinand Piëch für eine Änderung der Führungskräfte, die einem Putsch ähnelte.
Seine Interessen sind als Enkel von Ferdinand Porsche offensichtlich.
Die Leiter des Stahlunternehmens Thyssen-Krupp verdeutlichten ihre Auffassung von gerechter Verantwortung aller Aktionärsgruppen, denn die Großaktionäre empfingen Extravorteile.
Nun hat eine Stiftung die Möglichkeit, drei Mitglieder in den Aufsichtsrat zu wählen, ohne auf die anderen Anteilsbesitzer zu achten.
"Equinet" erhielt den Kritikpreis "IPO-Zitrone" aufgrund des schlechtesten Börsenganges, da das Emissionshaus drei Börsengänge verunglücken ließ: Die Aktienpreise sowohl von Primion als auch von Viscom und von Biogate lagen zwischen dreißig und sechzig Prozent unter den Ausgabepreisen.
Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger äußerte heftige Kritik an der Anlage "Zertifikate", die sich besonders bei Kleinanlegern großer Beliebtheit erfreut.
Diese Anlageform bildet z.B. die Entwicklung von Aktien ab. Im Gegensatz zum Fonds empfängt der Anleger kein Portfolioanteil sondern eine Schuldverschreibung des ausgebenden Geldinstituts.
Hierbei nutzen die Geldinstitute oft verdeckten Kosten, die fast keine Berechnung der Rendite erlauben.
Zertifikate stehen kaum unter dem Gesetz.
Zwar reden Geldinstitute über Selbstverpflichtungen, aber wie viel das helfen wird, zeigt der Blick auf andere Selbstverpflichtungen.
Die Experten der SdK verurteilen nicht alle Zertifikate, aber sie fordern Regelungen, die dem Anleger Sicherheit bieten.



