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Hedge-Fonds als Absicherung
Leerverkäufen von Aktien und Anleihen
Gewinn durch sinkende Kurse
Die "Hedge Fonds" als wohl spekulativste Art der Fonds verfügen über sämtliche Tricks und Kniffe der Kapitalmärkte.
"Hedge" bedeutet hier soviel wie "Absicherung", so z.B. die Absicherung gegen schwankende Kurse im Bereich der Währungen oder Rohstoffe. Sie erfolgt durch Hedgefonds-Derivaten (Leerverkäufe, Termingeschäfte).
Diese Fonds zielen auf eine absolute, dauerhafte Rendite in Unabhängigkeit vom Markt ab. Ihre Anlage erfolgt nicht in Aktien, Immobilien oder Anleihen, sondern Warentermingeschäfte, Devisenspekulation, Optionen auf fallende oder sinkende Kurse. Hedgefondsmanager schließen Kurswetten ab, so z.B. zu landwirtschaftlichen Erzeugnissen, Aktien, Rohstoffen oder Währungen.
Auch bei sinkenden Werten machen die Fonds Reibach, so z.B. durch den Verkauf von Aktienpapieren oder Anleihen, die sich gar nicht in ihrem Besitz befinden, den sogenannten Leerverkäufen. Die Wertpapiere leihen sie von einer Bank oder einem Pensionsfonds, die dafür eine Gebühr erhalten.
Die Mitglieder des Fonds setzen auf sinkende Kurswerte, um die Papiere später günstiger zurückkaufen zu können; ein Trick, der jedoch nicht immer funktioniert, denn stieg der Preis der Wertpapiere bis zum Rückgabetermin, so beschert dies dem Fonds Verluste.
Zwar locken Hedgefonds mit hohen Renditen, doch liegt dafür auch das Risiko hoch - aufgrund der starken Hebelwirkung der Derivate höher als bei anderen Investmentfonds. Gefährlich ist die Angelegenheit wegen der nicht möglichen ausreichenden Sicherung der vielen Wetten der Fondsmanager. Die bescheren manchmal zwar großen Gewinn, doch bei einer falschen Vorhersage des Managers geht der Einsatz rasch flöten. Mehrere verlorene Wetten auf einen Schlag bedrohen mitunter die Existenz des Hedgefonds.
Da für Hedgefonds keine Anlagebeschränkungen bestehen, haben die Manager die Chance zur Mischung unterschiedlicher Anlageklassen oder zur Geschäftstätigung auf Pump. Letzteres erhöht das ohnehin hohe Risiko.
International bestehen derzeit um die neuntausend Hedge-Fonds, die über mehr als tausend Milliarden Dollar verfügen; Tendenz steigend. Über die Verwendung des eingesetzten Geldes schweigen die Fonds.
Kleinanlegern sind sie nicht zu empfehlen, zum einen aufgrund des hohen Risikos, zum anderen aber auch aufgrund der hohen Nebenkosten (mehr als drei Prozent Managementgebühren, Gewinnbeteiligungen für Fondsmanager zwischen zehn und fünfzehn Prozent).
Gerne wird vorgeschlagen, das Risiko der eigenen Anlagen durch Aufnahme eines Hedgefonds ins Portfolio zu verringern, indem man einen mit geringer Korrelation (Schwankungsähnlichkeit) zu den bereits bestehenden Anlagen wählt. Auf dem Papier sorgt dies für höhere Rendite mit geringerem Risiko, doch bewahrheiten sich diese Werbesprüche nur selten.



