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Offenlegung der Gehälter: Was verdienen Vorstandschefs?
Höhere Transparenz für Aktionäre
Festgehalt und Vergütungen – Angabe der Bezüge
Das Bitten und Betteln ist ignoriert, das neue Gesetz durchgedrückt. Ab sofort haben Manager börsennotierter Unternehmen die Pflicht, ihre kompletten Bezüge offen anzugeben.
Nun erfahren Aktionäre per Geschäftsbericht, ob die Vorstandschefs erhalten, was sie ihrer Meinung nach verdienen.
Abgesehen von ihrem festen Gehalt empfangen Manager wechselnde Vergütungen, abhängig vom Geschäftserfolg des Unternehmens (Aktienoptionen, Gewinnbeteiligungen, Provisionen u.ä.), die künftig ebenfalls angegeben werden.
Dies soll dem zerstörten Vertrauen vieler Anleger entgegenwirken, allerdings ist noch unklar, ob die neue Verordnung nicht durch schwer verständliche Angaben und fehlende Transparenz ein Schuß in den Ofen wird.
Außerdem entschieden sich viele Unternehmen im Rahmen der Legalität dafür, die Verdienste ihrer Führungskräfte auch künftig geheim zu halten.
Natürlich freute sich kein Vorstandsmitglied über diese neue Schonungslosigkeit, aber inzwischen mussten auch die hartnäckigsten Gegner kleinbeigeben – zumindest in der Liga des Deutschen Aktienindex (Dax).
Auch Aktionäre von BMW, Daimler-Chrysler, BASF, Medical Care, Fresenius, Linde, der Münchener Rück und Henkel erfahren nun die ganze Wahrheit über die Gehälter.
Jedoch garantiert der Staat auch hier keine vollständige Transparenz, denn viele der börsennotierten Unternehmen verschwanden durchs Hintertürchen: Nach Beschluß der Dreiviertelmehrheit in der Hauptversammlung bleiben die Gehälter weiterhin unbekannt.
Diese Möglichkeit nutzten etwa zweihundert der knapp 1200 Konzerne, jedoch keine der Dax-Firmen, die den Blick weltweiter Geldgeber auf sich ziehen.
Ärgerlich für Kleinanleger gingen einige diesem Problem für die Höchstdauer von fünf Jahren aus dem Weg.
Vielleicht bessert dieses Gesetz ja wirklich das Bild der Manager, von denen nach diversen Zwischenfällen viele lauthals mehr Verantwortung fordern, schließlich verkünden die Firmen oft zeitgleich mit einer Erhöhung der Vorstandsgehälter die Kürzung tausender Arbeitsstellen.
Dabei erhalten die Dax-Vorstände im Durchschnitt nur jährliche 1,7 Millionen Euro, was z.B. weit entfernt vom Einkommen des Leiters der Deutschen Bank ist.
Auch die Riesenabfindungen, die Manager im Fall eines frühzeitigen Abschieds genießen, gerieten heftig ins Brennfeuer der öffentlichen Kritik.
Inzwischen diskutiert man über die langen Laufzeiten deutscher Vorstandsveträge, aber laut der Regierungskommission sollen die amerikanischen Verträge für ein Jahr nicht eingeführt werden.



