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Entwicklungen in der Pharmaindustrie
Einnahmen und Umsatz des Konzerns Novartis
Impfstoffe, neue Medikamente und Generika
Der Chef des Arzneimittelkonzerns Novartis kann einen gelassenen Blick in die Zukunft riskieren: Auch in diesem Jahr rechnet er mit hohen Gewinnen und einem starken Umsatzwachstum.
Acht Arzneien sollen neu auf den Markt gebracht werden - bei einem Branchendurchschnitt von 1,6 jährlichen Neuentwicklungen.
Bei forschenden Pharmaunternehmen spielt die Anzahl ihrer neuen Medikamente eine wichtige Rolle, da der mehrere Jahre dauernde Patentschutz Milliardenumsätze beschert.
Dafür verschlingen Entwicklung und Zulassung viel Geld und Zeit, denn der Weg eines Pharmaprodukts vom Labor in den Laden dauert teilweise zehn bis fünfzehn Jahre, in denen die Unternehmen etwa eine Milliarde Euro berappen.
Trotzdessen entwickelt sich nicht jeder hoffnungsvolle Anfang zu einem Bestseller, denn Schätzungen zufolge erreicht nur eine von zehntausend Substanzen die Ladenregale, was, jedenfalls laut Meinung der Pharmakonzerne, die Riesengewinne durchaus rechtfertigt.
In Bereich der Pharmaindustrie wuchsen sowohl Betriebsergebnis als auch Umsatz um elf Prozent auf fast sieben Milliarden Dollar bzw. über zwanzig Milliarden Dollar; jedoch ist die Arzneimittelforschung nicht der einzige Goldesel des Novartis-Unternehmens.
Durch die milliardenteure Übernahme des Betriebes Hexal verstärkte Novartis seine Marktposition im Bereich der Medikamente mit abgelaufenem Patentschutz, die auch von anderen Hersteller produziert werden dürfen, den sogenannten Generika.
Die günstigen Preise machen sie besonders für Gesundheitspolitikern attraktiv.
Hier gelang Novartis eine Steigerung des Umsatzes um fast dreißig Prozent auf sechs Milliarden Dollar, während das Betriebsergebnis um mehr als 110 Prozent auf 736 Millionen Dollar wuchs.
Auch im Bereich der Impfstoffe fasste das Unternehmen seit der Übernahme des Spezialisten Chiron Fuß. Die Mittel beugen besonders Grippe und Hirnhautentzündungen vor.
Der Umsatz stieg um zweiundvierzig Prozent auf fast eine Milliarde Dollar; das Betriebsergebnis bestand aus etwa dreihundert Millionen Dollar.
Auch im Consumer-Health-Geschäft der nicht verschreibungspflichtigen Arzneien wie Anti-Schmerz-Mittel mischt Novartis mit. Der Umsatz wuchs durch ein Plus von acht Prozent auf über sechs Milliarden Dollar an, das Betriebsergebnis erhöhte sich um zwölf Prozent auf etwa eine Milliarde Dollar.
Obwohl Deutschland als Absatzmarkt eine hohe Bedeutung genießt (so z.B. erkennbar an den hundert Millionen Euro, die das Unternehmen im letzten Jahr in die Bundesrepublik steckte), kritisierte Novartis-Deutschland die deutschen Gesundheitspolitik aufgrund ihrer fehlenden Verlässlichkeit.
Nur selten wüssten die Hersteller zu Jahresbeginn, welche Substanzen inwieweit reguliert würden; ferner hätte der Betrieb heftig an der Senkung der Festbeträge zu schlucken.
Dagegen lobte Novartis den Betrieb in Wehr, in dem momentan über dreihundert Angestellte für die Arzneimittelfirma arbeiten, die dem Unternehmen durch flache Rangordnungen und flexibelste Arbeitszeiten zu einer stabilen globalen Position verhelfen.
Im Ländereck Nordwestschweiz-Elsass-Südbaden ist Novartis mit zwölftausend Angestellten der größte industrielle Brötchengeber; etwa dreizehn Prozent des Schweizer Exports bestehen aus Produkten des Unternehmens.
Der Leiter des Konzerns, Daniel Vasella, empfängt ein Grundgehalt von drei Millionen Franken.
Zwar verdiente er im Vorjahr etwa zweihunderttausend Franken weniger als vor zwei Jahren, aber durch die mehr als zwanzig Millionen Franken ist er noch immer einer der bestverdienenden Schweizer.



